… der vergangene Oktober (und Andreas am Ende ein Jahr älter)
- erwähnenswert sind vor allem zwei Ereignisse:
Das erste war ein echtes First-Time-Erlebnis zu Beginn des Monats:
Nach fast drei Jahren Live-“Trainings“ als Akustikduo – das sind so ca. 120 Bühnenauftritte – trauten wir uns zum ersten Mal nach Suhl – in die kleine Stadt im Thüringer Wald, die Schauplatz unserer Kinder- und Jugendjahre war. Am 02. Oktober spielten wir dort in einer kleinen Kirche, die mit gut 150 Zuschauern bis unter das Dach voll war. Unter ihnen viele Menschen, die früher kleinere oder größere Rollen in unserem Leben gespielt und die wir nun seit gefühlten Jahrhunderten nicht mehr gesehen hatten. Letztlich gaben alle Gäste zusammen ein phantastisches Publikum ab, das uns trotz unserer körperlichen Schwächen in der herbstlich kalten Kirche begeistert durch das Konzert trug. Der Sound war – wie wir ihn vorsichtshalber im Sommer schonmal getestet hatten – wunderbar. Wir fühlten uns wohl. Vielleicht auf dieser Grundlage brachten wir außerdem zum ersten Mal politische Gedanken im Programm unter. Am Ende bekamen wir – auch zum ersten Mal – standing ovations, unseren ersten – und guten – Presseartikel, und darüber hinaus wurde über Kollekte und CD-Verkauf ein Haufen Kohle in die Bandkasse gespült. Ein wenig Stolz überkam uns, in dieser Stadt unter diesen Menschen groß geworden zu sein. Geblieben ist das Gefühl einer Publikumsbasis im Rücken, das uns selbstbewusst in die Ferne touren lässt.
Aus unserer ersten Auslandstour (im vergangenen Sommer nach Norwegen) ergab sich -irgendwie kausal – das zweite herausragende Ereignis des Monats, das sich Mitte Oktober über eine Woche hin abspielte. Eingerahmt von zwei Triple-Gigs mit den norwegischen Solo-Musikern Mork‘s Medicine und Robert Rustad Amundsen am Anfang in Gera und am Ende in Berlin verbrachten wir eine geile Zeit mit den beiden. Schon auf der Fahrt nach Gera – unser Bus war mal mit mehr Musikern als mit Mitfahrern besetzt – entstand eine Art Rock‘nRoll-Atmosphäre. Sie setzte sich fort, als unser gemeinsames Konzert in der herrlichen Villa Jahr überraschenderweise von drei Kameras des Offenen Kanals Gera aufgenommen wurde. (Mist, dass mir gerade da meine Stimme nach einer Erkältung nicht den gewohnten Dienst tat! „Trotzdem“ durfte ich knapp zwei Wochen später noch ein Interview zur Anreicherung des Mitschnitts geben). Nach dem Auftritt plauderte jeder mit verschiedenen – vor allem den weiblichen – Zuschauern; eine bewegte und bewegende Frau begleitete uns gar bis ins Hotel …; unausgeschlafen ging es am nächsten Tag zurück nach Berlin, wo wir am Ende der Woche noch einmal zu dritt im Laika spielten. ACE – wie Robert sagen würde -, mit mehreren Acts einen Abend zu gestalten – für uns, für die Veranstalter und für das Publikum! Noch zweimal fröhnten wir außerhalb der Bühne auf privaten Treffen – wollen ja nicht alles gleich Party nennen – zusammen den Genüssen des Lebens. Respektvolle Tiefe breitete sich aus mitsamt der wiederholten Erkenntnis, dass es für das Verständnis unter uns Menschen scheißegal ist, wo man herkommt. Am Ende steht eine weitere Verbindung zu tollen Menschen in dieser Welt und – geschäftsmäßig gedacht, worum man als mittelloser Musiker dieser Tage nicht herumkommt – ein erweiterter Booking- und Logistikpfad nach Norwegen. Riesige Lust auf die Zukunft inklusive …

































































